20. September 2016

Im Juni haben wir einen Kurzurlaub mit Patenkind und Familie in Egmond aan Zee an der niederländischen Nordseeküste verbracht. Wie so oft an der Nordsee macht das Wetter was es will, sodass von Sonne bis Sturm, Sandsturm und Regen alles dabei war. Wir hatten eine nette kleine Ferienwohnung nur wenige 100 Meter vom Strand entfernt, sodass das nicht weiter tragisch war – bei Regen ab ins Warme, ne Tasse heiße Chocomel gemacht und durchs Fenster aufs Wasser geschaut.

Egmond aan Zee ist nicht gerade die Metropole von Welt (spätestens nach einer Stunde Bummeln hat man eigentlich alles gesehen, was es in diesem Ort so zu sehen gibt), aber ein Besuch lohnt sich trotzdem. Denn das was man zu sehen bekommt, ist wirklich nett – eine kleine Fußgängerzone (ich empfehle das Sinaasappel-Eis (Orange) beim Eismann vorne an der Ecke!), ein Leuchtturm, ein kleines Heimat-Museum, alles typisch holländisch mit Klinker-Fassaden und Kopfsteinpflaster, sowie den obligatorischen Let-Op-Drempels 😉 . Die Brötchen beim Bäcker waren der Hammer (eine kleine Selbstbedienungs-Bäckerei in der Fußgängerzone mit den weltbesten Mehrkorn- und Müsli-Brötchen).

Dazu ein Supermarkt mit (natürlich) typisch holländischen Produkten – endlich mal wieder den Laktritz-Vorrat auffüllen, Vla im Tetrapack kaufen, Hagelslag essen, Cassis-Fanta trinken und „Tony’s Chocolonely“-Schokolade naschen. Mittags eine Tüte Fritten (wahlweise mit Kibbeling oder als Fritten Spezial mit Mayo, Curry-Ketchup und frischen Zwiebeln). Mein Paradies.

Und der lange Sandstrand lädt natürlich zum längeren Verweilen ein. Schön zum Rumliegen, Burgen-Bauen oder Entlang-Spazieren. Einfach mal nichts tun. Da das nicht so einfach ist, war zumindest die Kamera als Beschäftigung immer dabei. Die Ergebnisse sind unten zu finden. Um die besondere Abendstimmung einzufangen, ist die Bearbeitung dieses Mal etwas stärker ausgefallen. So zur Abwechslung mag ich das mal.

Und was gibt es sonst noch so in der Ecke? Auch das benachbarte Städtchen Alkmaar ist einen Besuch wert. Niedliche Grachten, hübsche kleine Gässchen mit vielen Läden zum Bummeln, dazu ein Käsemuseum und holländische Fritten, was will man mehr?! Davon gibts keine Fotos, denn einer der oben erwähnten spontanen Regenschauer hat uns recht schnell wieder flüchten lassen. Rund um Egmond gibt es dann noch das Nordholländischen Dünenreservat, in das wir es leider nicht geschafft haben – Chocomel und Sandbuddeln waren einfach verlockender 😉 . Da mich die freilebenden schottischen Hochlandrinder aber doch sehr reizen und die Landschaft sich für Fotos anbietet, steht der Besuch des Dünenreservats für einen sicher kommenden Wieder-Besuch oben auf der Agenda.

18. Juli 2015

Schon seit über zwanzig Jahren geht es für mich immer wieder nach Föhr. Föhr ist eine der Nordfriesischen Inseln in Schleswig-Holstein. Da wir immer in der gleichen Unterkunft wohnen, ist es schon fast wie ein zweiter Zuhause für mich – man weiß, welcher Bäcker der beste ist, kennt den Weg zum nächsten Laden und weiß auch, wo es die besten Fischbrötchen gibt.

Da von Franken das Mittelmeer genauso schnell erreichbar ist, wie die Nordsee, fallen die Besuche dort leider momentan etwas spärlich aus. Die elendigen Staus am Elbtunnel in Hamburg tragen dazu ebenfalls bei. Dieses Mal haben wir daher die Zugverbindung getestet: Von Nürnberg aus ging es mit dem Zug nach Hamburg (Direktverbindung mit dem ICE, etwa 4 1/2 Stunden) und dann von dort nach Dagebüll, wo die Fähre ablegt. Mit nur einem Mal Umsteigen war die Fahrt ganz angenehm und auch die Zeite waren so angesetzt, dass die Fähre passend fuhr. Das war also wesentlich entspannter, als mit dem Auto.

Dieses Mal waren es für uns leider nur 2,5 Tage auf der Insel, aber es war wieder einmal toll! Ich mag Föhr ja bei jedem Wetter und habe dort sogar schon Sturm und Schnee erlebt, aber ein paar sonnige Tage sind vom Urlaubs-Feeling her kaum zu toppen. Es war nicht zu voll, die Seebrise machte die Hitze erträglich und die Gezeiten haben auch mitgespielt, sodass man nachmittags in der Nordsee schwimmen konnte. Dazu ein Strandkorb, ein gutes Buch und ein Mietfahrrad – was will man mehr!

Dieser Kurzurlaub war die erste Bewährungsprobe für meine neue Kamera, der Canon EOS 760D. Kurz gesagt: Das Display (der Klappmechanismus und die Displayauflösung) sowie das Fokussystem begeistern mich!

Einzig und allein ein Fakt begeistert mich leider gar nicht: Dass ich Lightroom upgraden musste, damit die neuen RAW-Bilder importiert werden können… 🙁

Und obwohl Sturm und Schnee sicher dramatischere Fotomöglichkeiten bieten (den Sonnenuntergang im Winter am Südstrand von Wyk kann ich empfehlen!), sind auch bei Sonne diesmal ein paar schöne Bilder entstanden.

24. Oktober 2014

So langsam aber sicher scheint dieser Landschaft-Fotografie-Blog in einen Reise-Fotografie-Blog zu mutieren… Anfang Oktober war ich schon wieder unterwegs, dieses Mal verschlug es mich in den Westen der USA – nach Kalifornien. Nach ein paar Tagen auf Geschäftsreise in Los Angeles konnte ich ein paar Tage privaten Urlaub in San Francisco anhängen.

Für mich war es das erste Mal in den USA und da meine Reisezeit doch sehr begrenzt war (mehr als 5 Tage zwischen dem Ende der Dienstreise und dem Rückflug waren nicht möglich), entschloss ich mich, die Natur in Kalifornien links liegen zu lassen und mir statt dessen ausgiebig San Francisco anzuschauen. Auch wenn mich als Naturfotografin doch die Landschaft entlang der legendären Küstenstraße von Los Angeles nach San Francisco sehr gerzeit hätte (Big Sur!) erschien mir die Zeit doch etwas zu kurz (besonders mit Abstechern in den Yosemite Park, den ich mir dann nicht hätte entgehen lassen können) denn in Stress ausarten soll solch ein Trip natürlich auch nicht.

Fotografisch fühle ich mich auf dem Gebiet der „Stadtfotografie“ nicht so richtig wohl, mir liegt doch eher die Landschaft als solche oder auch die Natur, aber man nimmt eben was man kann. Ich hatte mir zwar ein paar Foto-Locations rausgesucht, aber viele waren entweder schwer zu erreichen (ohne Auto nicht möglich, oder auf der Aussichtsplattform eines Hotels, in das man aber nur als Gast kommt) oder in der Kürze der Zeit nicht machbar – schließlich wollte ich mir ja auch die Stadt ansehen und nicht nur von Foto-Spot zu Foto-Spot hetzen. Auch war es nicht möglich, alle Objektive mitzunehmen (Handgepäckfreigrenze), sodass ich letztendlich vorhatte, das Fotografieren locker angehen zu lassen. Gerade in Los Angeles stand das Berufliche natürlich im Vordergrund, sodass ich von dort auch nur wenige Fotos zu zeigen habe, aber in San Francisco habe ich dann aber die Kamera doch öfter genutzt, als ich zu Anfang dachte.

Los Angeles konnte mich nicht sonderlich begeistern. Wegen dem beruflichen Hintergrund hielt ich mich die meiste Zeit im und rund um das Convention Center auf. Die Gegend ist recht nett hergemacht, das Staples Center ist direkt nebenan und es gibt einen Bereich mit vielen Clubs und Restaurants, der an den Potsdamer Platz erinnert. Von dort war man schnell an der 7th Street, wo es viele nette Bars und ebenfalls viele Restaurants gibt. Auch das Bankenviertel und die „Innenstadt“ (wenn man denn Downtown als solche bezeichnen mag) waren in Fußlaufweite und ganz nett anzusehen. Leider war es das dann auch schon gewesen. Bewegte man sich etwas aus diesem Bereich heraus, dann war man sehr schnell in Gegenden, die man nach Einbruch der Dämmerung lieber nicht betreten wollte. Ein paar Straßenzüge weiter nach Norden, Westen oder Osten und man hörte und las nur noch Spanisch, Koreanisch oder Japanisch.  Natürlich kann man auch sagen, dass man aus den „aufgehübschten“ Gegenden raus und damit im wirklichen lokalen Leben drin war, aber wirklich sicher bin ich mir bei meinen vorsichtigen Streifzügen nicht vorgekommen.

Ähnlich sah es (leider) auch mit Hollywood aus. An einem freien Nachmittag bin ich mit der Metro zum Walk of Fame gefahren. Eine Haltestelle vor dem berühmten Dolby Theatre am Hollywood Boulevard bin ich ausgestiegen, um ein wenig die Gegend zu erkunden. Allein die Sterne auf dem Gehweg ließen mich allerdings glauben, im berühmten und glanzvollen Hollywood zu sein… Das Drumherum war eher ärmlich, es gab sehr viele Obdachlose und die Läden erinnerte mich etwas an den Bereich um die Reeperbahn in Hamburg (Touristenkitsch neben Sex-Shop neben Kuriositätenkabinett). Nur etwa 100m in beide Richtungen des Hollywood & Highland Centers ging es dann sehr touristisch zu und dort fühlte ich mich auch richtig klischeemäßig hollywood-like. Vom Sunset Boulevard hatte ich einen ähnlichen Eindruck (genau dort war es schön aufgemacht, aber kaum ein paar Meter weiter war es eher unschön), daher gibts für den Bereich keine Empfehlung von mir.

Schön war allerdings wieder der Strand rund um San Francisco. Ein Spaziergang vom Venice Beach zum Santa Monica Beach ermöglichte es mir, im Oktober nochmal in der Sonne zu liegen und im Pazifik zu schwimmen, verpasste mir aber auch den Sonnenbrand des Jahres…

Hier also die Fotoausbeute aus LA, inklusive eins vom Flug über Island.

San Francisco hingegen hat mich sehr begeistert! Für mich ist das definitiv die schönere und sehenswertere der beiden Städte! Schon beim Aussteigen aus dem Transferzug vom Flughafen in die Innenstadt (die diesen Namen auch wirklich verdient!) war der Eindruck ein ganz anderer: Quirliges Leben, viele Geschäfte, bummelnde Menschen, viel Straßenmusik. Natürlich auch viele Touristen, aber trotzdem nicht überlaufen. Natürlich auch ominöse Gegenden, aber vom Gefühl her weniger gefährlich, da man sich weniger verloren vorkam.

Mein Hostel war in der Nähe des Union Square, etwas nach Osten in der Post Street. Die „Haupteinkaufsmeile“ der Market Street war in Laufweite und auch sonst war vieles zu Fuß gut zu erreichen (anders als in Los Angeles). Überall in der Gegend gab es kleine Restaurants, viele mit asiatischem Einschlag (sicher bedingt durch die räunliche Nähe zu Chinatown, was gleich ein paar Straßen weiter begann). Die pitoresken Cablecars haben natürlich auch zu der netten Grundstimmung beigetragen, die haben es mir wirklich angetan 😉 .

Hier sind auch mal wieder ein paar Tipps für die reise- und fotofreudigen Leser:

Tipp 1: Ein schöner Spaziergang (okay, eher eine kleine mittelgroße Wanderung) ist der Weg entlang der Market Street zum Ferry Building und dann entlang der Küste in Richtung Norden. Man läuft dabei vorbei an den Piers, sieht die Bay Bridge, den berühmten Pier 39 mit seinen Seelöwen, hat einen guten Blick auf das berühmt-berüchtigte Gefängnis von Alcatraz direkt in der Bucht von San Francisco, kommt dann zur Fisherman’s Wharf, wo man sich entweder mit einer Krabbensuppe im Sauerteigbrot (Chowder) oder einem Burger (bei In’n’Out Burger!) stärken kann, am Ghirardelli Square vorbei (wo man Schokolade oder einen riesigen Eisbecher zum Nachtisch bekommt) und kann dann durch Crissy Fields zur Golden Gate Bridge laufen.

Tipp 2: Südwestlich der Golden Gate Bridge befinden sich einige schöne Strände (Baker Beach, Marshall Beach), die einen guten Blick auf die Brücke bieten. Leider sind diese nicht ganz einfach zu erreichen. Von der Brücke aus läuft man zunächst durch den Presidio (ein historischer Militärstützpunkt der jetzt als Nahherholungsgebiet deklariert ist, worunter die Amerikaner aber scheinbar etwas anderes verstehen, als die Deutschen 😉 ) und kann dann über zahlreiche Treppenstufen hinunter an die Buchten steigen. Allerdings sollte man dabei beachten, dass man das ganze auch wieder hoch muss. Die Gegend ist schon etwas abgelegen, sodass es aus Downtown ohne Auto auch einige Zeit kostet dort hin zu kommen. Ich habe es während der Tage nur einmal geschafft und an dem Tag leider kein Stativ dabei. Gerne wäre ich nochmal wieder gekommen, zumal es an dem Tag sehr stürmisch war, aber das war zeitlich nicht machbar.

Tipp 3: Eine Überfahrt nach Alcatraz lohnt sich schon allein für den Ausblick auf die Skyline von San Francisco. Auch die Audio-Führung war wirklich super gemacht und ist eine Empfehlung wert. Das Gefängnis und die Anlage selber fand ich beklemmend, gleichzeitig war es aber spannend, weil man den Komplex aus zahlreichen Filmen wiedererkennt. Man sollte das Ticket ein paar Tage vorab im Internet buchen und pünktlich vor Ablegen des Schiffes am Ableger sein (etwa 45 Min vorher), es gibt aber immer wieder auch Restkarten vor Ort zu kaufen.

Tipp 4: Vom Coit Tower auf dem Telegraph Hill hat man einen tollen Blick über die Stadt. Es ist allerdings nicht erlaubt ein Stativ mitzubringen und oben auf dem Turm ist auch kein Platz dafür. Die Fensteröffnungen sind leider mit Glas verschlossen, da sich aber alle Nase lang Leute dagegen lehnen, werden sie alle 5 Minuten geputzt, sodass man wenigstens nicht mit dreckigen Scheiben zu kämpfen hat.

Tipp 5: Die Golden Gate Bridge kann man auch ohne Auto gut erleben. Als Fußgänger oder Fahrradfahrer kann man kostenlos die Brücke überqueren. Ich habe mir an einem Tag ein Fahrrad genommen und bin hinüber geradelt, was sich auf jeden Fall gelohnt hat. Ist man einmal drüben angekommen, geht es ganz fix den Berg herab nach Sausalito, wo man sich am Hafen ein Eis gönnen und dann mit der Fähre wieder rüber fahren kann. Das ganze dauert dann etwa 3 Stunden und ist ein wirklich netter Ausflug aus der Stadt heraus. Mir war das nicht genug und ich bin mit dem Rad weiter nach Tiburon gefahren, wo es ebenfalls einen Fähranleger gibt. Das kann ich nicht empfehlen, es lohnt sich nicht! Tiburon als Städtchen war ganz nett, aber der Weg von Sausalito nach Tiburon war für deutsche Verhältnisse eine halbe Kathastrophe… direkt am Highway (zum Teil auf dem Randstreifen!), ziemlich schlecht asphaltiert und dreckig. Die Autos rasen knapp an einem vorbei, das war wirklich kein Spaß…

Tipp 6: Für die Fortbewegung in der Stadt empfehle ich generell ein Mehrtages-Ticket des „Muni“ (öffentlicher Nahverkehr für San Francisco). Das Ticket gilt für alle Busse, Straßenbahnen und auch die Cablecars. Die Busse und Straßenbahnen fahren regelmäßig, einen richtigen Linienplan konnte ich leider nirgendwo finden, aber in meinem Stadtplan waren die wichtigsten Linien eingezeichnet. Bei den Cablecars sollte man sich besonders an den Endhaltestellen auf längere Wartezeiten (etwa 45 Minuten bis 1 Stunde) einstellen. Dieses Fortbewegungsmittel wird (sicher auch wegen des stolzen Preises von $6 pro Fahrt wenn man nicht eine solche erwähnte Karte hat) hauptsächlich von Touristen genutzt, aber es lohnt sich. Besonders wenn man vorne beim Fahrer auf dem Trittbrett steht, ist eine solche Fahrt ein unvergessliches Erlebnis. Wenn man die Technik dahinter verstehen will, dann empfehle ich das Cablecar Museum, das erklärt, wie sich die Bahnen auf den Kabeln fortbewegen, wie das Fahren um Kurven funktioniert, man bekommt einen guten Abriss über die Geschichte der Cablecars und das ganze ist auch noch kostenlos.

Tipp 8: Richtig lecker und „typisch amerikanisch“ essen kann man in Lori’s Diner. Das war so gut, da war ich gleich mehrfach! Ob Burger, Southern Fried Chicken oder der geniale Cheesecake – alles empfehlenswert! In der Filiale an der Ecke Powell Street & Sutter Street gibt es dort auch richtig amerikanische Pizza. Und das Flair dort ist einfach super – ganz im Stil der 50er Jahre, mit den typischen dunkelrot glitzernden Diner-Bänken, allerlei Rock’n’Roll Memorabilia überall verteilt und sogar mit funktionierenden Pinball-/Flipper-Automaten!

Tipp 7: Die Lombard Street und die Painted Ladies werden überbewertet, aber wenn man noch Zeit hat, dann kann man ruhig mal vorbei schauen.

So, uns nun ans Eingemachte! Hier sind die Fotos von San Francisco!

03. Oktober 2014

Mitte September verschlug es uns spontan zwei Tage nach Innsbruck. Da es mit rund 3 Stunden Fahrtzeit gut erreichbar ist, bietet es sich für (Zwei-)Tagesausflüge und Kurzurlaube gut an und ist man einmal an München vorbei, dann ist man auch schon so gut wie angekommen. Die Fotografie stand diesmal nicht im Mittelpunkt, aber die Kamera war natürlich trotzdem an Bord. Das Wetter ließ sich wirklich nicht lumpen, wir hatten strahlenden Sonnenschein und Temperaturen um die 25°C.

Neben Stadtbummel, Kirchen, dem goldenen Dachl, der Olympia-Sprungschanze und einem sehr leckeren tirolerischen Essen (inklusive Schüttelbrot und Almdudler), ging es mit den Nordkettenbahnen bis hinaus zum Hafelekar. Da oben schlug mein Naturfoto-Herz schon etwas höher, denn das Karwendelgebirge ist einfach unglaublich fotogen und auch der Blick auf Innsbruck ist nicht zu verachten.

 

15. August 2014

Dies ist der letzte Teil zu meiner Beitragsreihe zur Isle of Skye und heute gibt es die Fotos unserer tierischen Inselmitbewohner. Das berühmte Highland Cattle ließ sich nicht lumpen und erschien mit seiner typischen Zottelmähne zum Fotoschooting und auch die typisch schottischen Straßen-Schafe kamen vorbei. Besonders gefreut habe ich mich aber, auch ein paar Robben ablichten zu können, die sich faul in der (nicht vorhandenen) Sonne räkelten.

Dazu gibt es diesmal keine Urlaubsweisheit, sondern eine kleine Urlaubszusammenfassung.

Folgendes stand bei uns auf dem Programm:

  • Bootstour zum Loch Coruisk, Elgol
  • Dunvegan Castle + Coral Beach
  • The Hoe
  • Neist Point (+ mit dem Auto rund um Duirinish)
  • Quiraing (+ mit dem Auto rund um Trotternish)
  • Talisker Distilery + Talisker Bay
  • Glenbrittle Bay + Umgebung
  • Fairy Pools + Coire na Creiche
  • The Storr

Generell haben wir weniger Wegstrecke zurückgelegt als erwartet. Dies lag vor allem an den Wander“wegen“, die sich (wie erwähnt) oft als schlammige Moorpfade mit mehreren größeren Flussüberquerungen herausstellten. Das war zwar abenteuerlich und so manches Mal auch wirklich lustig, aber schnell und zügig voran kam man dadurch nicht wirklich. Am Tag haben wir somit etwa 10 bis 12km Wegstrecke zurückgelegt, dabei dann zum Teil schon mal über 1000 Höhenmeter (insgesamt, also Anstiege und Abstiege), meist aber so 500 bis 600 Höhenmeter am Tag.

Gerne hätten wir auch noch einen Gipfel in den Cuillins erklettert. Uns schwebte da der Sgurr na Stri vor, den unser Bootscaptain lapidar als „Baby-Berg“ bezeichnet hat, aber diese Wanderung war uns mit über 20km dann doch zu lang. Zum Teil war das Wetter auch einfach zu wechselhaft und in höheren Lagen zu stürmisch, sodass wir als Freizeitwanderer lieber wieder umkehrten, als uns in Gefahr zu bringen (so geschehen am Quiraing).

Mit unserem Programm würde ich sagen, dass man die Höhepunkte der Insel gesehen hat. Durch unseren längeren Aufenthalt konnten wir Ecken entdecken, die der Standard-Schottland-Tourist mit seinen ein oder zwei Tagen auf der Isle of Skye nicht sieht. Einen oder zwei Tage mehr wären nicht schlecht gewesen (für eine weitere Bergbesteigung zum Beispiel oder um einen Ort nochmal bei anderem Wetter aufzusuchen), aber dann wäre es auf der Insel (die ja jetzt auch nicht so riesig ist) auch genug gewesen 😉 .

Von Schottland habe ich aber auf jeden Fall nicht genug und werde sicher wiederkommen!

Ein paar Worte möchte ich auch noch über den hier beschriebenen Rucksack verlieren, der in Schottland zum ersten Mal so richtig auf die Probe gestellt wurde. Bis auf Kleinigkeiten hat er mit Bravour bestanden. Die Trinkflasche habe ich dann lieber doch im Deckelfach transportiert statt in der seitlichen Netztasche, denn da zog mir das Gewicht zu sehr an einer Seite. Ich hätte mir außerdem gewünscht, dass die Regenhülle groß genug wäre, um das Stativ mit abdecken zu können. So jedoch blieb der Rucksackrand etwas von der Abdeckung frei, wenn ich das Stativ dabei hatte. Bei langem Laufen und einem voll bepackten Daypack hat sich auch gezeicht, dass das Gewicht von oben etwas auf das Fotofach drückt. Das war aber nicht weiter schlimm, aber es wurde etwas frickeliger, die Objektive rauszuholen, weil die abgetrennten Bereiche etwas gestaucht wurden.

Dennoch bin ich insgesamt topp zufrieden! Auch auf den langen Touren trug sich der wirklich voll bepackte Rucksack angenehm, der Brust- und Hüftgurt taten ihren Dienst ohne zu mucken, das Stativ war sicher angebracht und ich kam schnell und einfach an meine Ausrüstung ohne Absetzen des Rucksacks (mit etwas Üben ließ sich so sogar ein Objektivwechsel zwischen meinen beiden meistgenutzten Linsen bewerkstelligen, und das mit Stativ am Rucksack). Ein toller Rucksack, den ich nur nochmal weiterempfehlen kann!

 

14. August 2014

Hier nun die Landschafts-Fotos, die sich keinem der anderen Beiträge zuordnen ließen. Ob alte Brücken, nebelverhangene Lochs, enge Straßen oder alte Schäfer-Hütten, die Insel bietet einfach so viel zu bieten.

Auch beim An- und Abflug gab es dieses Mal einiges zu fotografieren, sodass sich auch ein paar wenige Bilder von der Aberdeener Gegend eingeschlichen haben.

Und auch heute gibt es eine Urlaubsweisheit:

Deutsche Stechmücken sind Babykram!
Wer ärgert sich nicht im Sommer über Mückenstiche?! Gerade als Naturfotograf hockt man auch gerne mal in einer Wiese oder steigt durch Gestrüpp und hohes Gras für ein gutes Foto und unweigerlich wird man dann von Mücken traktiert. Man kratzt sich, die Stiche werden rot, dick, heiß und jucken noch mehr… die Hölle, oder? Hm, in Schottland geht es schlimmer, denn da gibt es „Midges“. Diese Viecher sind etwa so groß wie die allbekannte Fruchtfliege nur leider beißen/stechen sie wie die großen. Im Sommer sind sie dort in Schwärmen zu finden, gerade bei warm-feuchtem Wetter. Sobald man auch nur eine Minute stehen bleibt, ist man von ihnen eingehüllt und wird gnadenlos zerstochen. Das Stechen ist nicht sonderlich schmerzhaft, aber später fängt es dann an zu jucken und Fenistil hilft dagegen gar nicht. Man kratzt und kratzt und wedelt mit den Armen, rennt umher um ja nicht stehen zu bleiben und am Ende hat man brennende und juckende rote Pusteln auf den Armen, Beinen, im Ausschnitt und im Gesicht, ja sogar unter den Haaren. Nicht schön, sage ich euch.

Gegen das Jucken gibt es Cremes (Antihistaminika), die das etwas lindern, gegen die Viecher selber gibt es Abwehrspray, das (je nach dem wen man fragt) gar nicht, etwas, oder ganz gut hilft. Wirkliche Abhilfe schafften nur langärmlige Kleidung und eine Art „Imkernetz“ über dem Kopf. Sah zwar dämlich aus, aber immerhin keine Midges im Gesicht. Mein Tipp: So ein Netz erst dort kaufen, denn ähnliche Produkte aus Deutschland sind nicht fein genug in ihrer Maschenstruktur.

 

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