erstellt am 25.10.2013 | Kategorie(n) Kroatien, Landschaft, Reisen

Ein Tagesausflug auf meiner Kroatienreise führte in den Nationalpark der Plitvicer Seen (Plitvička jezera). Er liegt im Landesinneren von Kroatien in der Nähe der Grenze zu Bosnien und Herzegowina und gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Die Landschaft dort ist sehr außergewöhnlich: Der Park besteht aus kaskadenförmig angeordneten Seen, die durch Barrieren voneinander getrennt sind. Das Wasser fließt vom Fluss Matica in den „Gestrüpp-See“ (Prošćansko jezero) und über die aus einem porösen Kalkstein (Travertin) bestehendene Barrieren von See zu See, sodass immer wieder Wasserfälle zu beobachten sind. Insgesamt sind es 16 verbundene Seen auf einer Länge von 8km. Die Seen sind unterteilt in 12 obere Seen und 4 untere See. Die oberen Seen sind umgeben von Wald un liegen in einer Dolomitsenke, die unteren in einer Schlucht, die durch den Einsturz von Höhlen entstanden ist. Insgesamt gibt es im Park rund 90 Wasserfälle, von denen der höchste 78m hoch ist.

Den Nationalpark kann man sich auf unterschiedlichen Routen erwandern. Die Seen sind dabei mit Holzpfaden verbunden, das Wanderwegnetzt umfasst insgesamt etwa 50km. Je nach Lust, Laune und Kondition kann man die Tour an mehreren Stellen beginnen oder abbrechen. Es gibt zwei Eingänge zum Park, von denen jeweils Shuttlebusse zu prominenten Stellen fahren. Außerdem fahren Boote zwischen unterschiedlichen Stationen. Es gibt neun vorgegebene Tourenvorschläge, die laut Angabe zwischen 2-3 und 4-6 Stunden dauern.

Nach einer etwa dreistündigen Fahrt kamen wir gegen 10:30 am Park an. Das Wetter war an diesem Tag nicht besonders schön, es war stark bewölkt, zum Teil nieselte es und es war nicht gerade warm. Egal, also Fotoausrüstung auf den Rücken geschnallt und los ging es. Zunächst muss man sich entscheiden, in welche Richtung man um die Seen wandern will. Je nach Quelle (Reiseführer, Internet…) finden sich die unterschiedlichsten Aussagen, wann welcher See oder Wasserfall gerade besonders fotogen sei. Da wir so oder so nur einen Tag zur Verfügung hatten, versuchten wir einfach unser Glück, denn allen Tipps kann man sowieso nicht gerecht werden.

Ich hatte im Vorhinein eine Route ausgearbeitet – und natürlich nicht die kleinste, denn ich wollte so viel wie möglich sehen: Vom Eingang 2 ging es mit dem Shuttle-Bus nach Station 3, dann zu Fuß um die oberen Seen herum (einmal einen Weg oben am Berg, sodass man schön runter schauen konnte und dann die gleiche Strecke mehr oder weniger nochmal am Ufer der Seen) zu P2. Von P2 dann mit dem Boot zu P3, von dort zu Fuß um die unteren Seen zu Station 1 und von dort mit dem Shuttle-Bus wieder zum Eingang 2.

An den unteren Seen sind wir den wenig bekannten Weg mit der Bezeichnung „Vidikovac“ gegangen, der an mehreren Aussichtspunkten mit einem wunderbaren Blick entlangführt. Hier waren endlich mal kaum Menschen unterwegs, was sicher an dem etwas anstrengenden Aufstieg lag. Außerdem haben wir natürlich auch noch einen Abstecher zum „Großen Wasserfall“ (Veliki slap) gemacht, zu dem vom Vidikovac Weg eine lange Treppe hinabführte.

Insgesamt hat die Tour etwa 8 Stunden gedauert, sodass wir abends um 6 dann wieder am Ausgang waren, aber es hat sich gelohnt.

Ein großes Manko sind die Massen an Touristen, die die Holzstege durch ihre Schritte ständig in Bewegung bringen. Ein Stativ ist für stimmungsvolle Wasserfallaufnahmen mit ND-Filter unverzichtbar, aber es war sehr schwer, es verwacklungsfrei zu positionieren. Ich war bald so genervt von der Wackelei, dass ich das Stativ danach einfach ins Wasser gestellt habe, weil es da wenigstens nicht wackelte. Da es dann natürlich nass war, habe ich es mir zwischen den Fotos einfach mit voll ausgezogenen Beinen über die Schulter gelegt und mir dabei den ein oder anderen bösen Blick eingefangen, aber was tut man nicht alles für gute Fotos.

 

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